Wie bewahre ich Erb- und Erinnerungsstücke richtig auf?

In jedem Haushalt gibt es sie: Gegenstände mit emotionalem Wert, mit besonderen Erinnerungen verbunden, sei es an nahestehende Personen oder an die eigene Vergangenheit. Und in jedem Haushalt stellt sich die gleiche Frage: Wie bewahre ich diese Dinge gut geschützt auf?
Bei dem einem ist es eine kleine Holzfigur, beim nächsten wertvoller Erbschmuck und beim anderen eine Briefkorrespondenz. Erinnerungsstücke können sehr vielfältig sein - auch Fotografien und gemalte Bilder gehören dazu.
So unterschiedlich die Beschaffenheit der Erbstücke auch sein mag, sie besitzen einen persönlichen Wert und eine sichere Aufbewahrung ist daher angebracht.
Das „Wie“ ist die Frage, die es zu beantworten gilt. Hierfür ist es notwendig, die Gegenstände zu kategorisieren, denn sie benötigen alle unterschiedliche Aufmerksamkeit.

Das digitale Zeitalter – wie schütze ich meine Medien?

Das Erstellen von Smartphone-Bilder und kurzen Videosequenzen gehört inzwischen zum Alltag von uns allen. Durch Smartphones und digitale Kameras können Schnappschüsse in sekundenschnelle gemacht und gleichzeitig verschickt werden. Vorbei die Zeit, in der Filme aufwendig entwickelt werden mussten und jedes Foto einzeln bezahlt wurde.
Doch was schnell gemacht ist, ist auch schnell wieder weg. Immer häufiger hört und liest man Hilferufe von Personen, die ihr Smartphone verloren haben und vor dem Problem stehen, dass so viele Fotos vom (Enkel-)Kind ausschließlich auf diesem Gerät vorhanden sind. Doch wie hoch ist die Chance diese jemals wieder zu sehen? Die bittere Wahrheit ist: sehr gering!
Daher ist es wichtig, sich vorab Gedanken über die Sicherung zu machen. Viele Unternehmen bieten eine automatische Cloud-Sicherung von Dateien an, indem Fotodateien automatisch online vom Handy aus synchronisiert und gespeichert werden.
Trotz Digitalisierung existiert jedoch immer noch der weit verbreitete Wunsch nach einer physikalischen Aufbewahrung. An dieser Stelle empfiehlt sich eine Sicherung auf externen Festplatten. Diese sind inzwischen klein und kompakt und bieten ein immenses Speichervolumen. Außerdem bieten sie den Vorteil transportabel zu sein. So können Bilder und Videos problemlos zur nächsten Familienfeier mitgenommen, aber auch genau so einfach sicher verstaut werden. Dasselbe gilt natürlich auch für andere digitale Daten, wie z.B. Verträge und Schriftstücke.
Alle digitalen Datenträger sollten gesichert werden - hier bietet sich ein feuerfester Datenschutzschrank bzw. ein Feuerschutztresor an.

Der klassische Erbschmuck – sieht er nur gut aus oder ist er auch wirklich wertvoll?

Für den einen kommt es erwartet, für den anderen aus heiterem Himmel. Bei der Nachlass-Verwaltung erhält man ein Kästchen voller Schmuck. Doch selten kann man diesen auch direkt einordnen. Mit manchen Schmuckstücken verbinden wir sofort eine emotionale Erinnerung, doch nur wenige haben auch einen großen Geldwert.
Es liegt in unserer Natur, alles sofort ordnen und kategorisieren zu müssen. Nur ist dies oft nicht so einfach. Lassen Sie sich Zeit und gehen mit der gebotenen Sorgfalt an die Sache.
Mancher Schmuck sieht auf dem ersten Blick ein wenig schmutzig aus, daher ist es wichtig alle Stücke vor der Bewertung zu reinigen. Erst dann kommt so mancher Schatz so richtig zur Geltung und erweist sich als zeitlos und gut kombinierbar.
Was ist der nächste Schritt? Ist der Schmuck erst einmal aufbereitet, sollten Sie festlegen, welche Stücke behalten werden und welche weitergegeben, bzw. verkauft werden sollen. Spielen Sie hierbei nicht direkt mit dem Gedanken Gold- und Silberstücke einfach einschmelzen zu lassen, sondern betrachten Sie diese Stücke im Detail. Einzelteile können durch Ihre Form oder Art herausstechen und vielleicht lassen sich genau diese Highlights nachträglich aus- oder umarbeiten, so dass das Erbstück eine neue Chance erhält.
Sollte am Ende jedoch nur der Geldwert entscheidend sein, gehen Sie am besten zum Juwelier und lassen die Schmuckstücke schätzen. Anschließend können Sie entscheiden, ob zum Beispiel Goldringe als Wertanlage behalten werden, oder direkt verkauft werden sollen.
Bei hohen Werten ist es wichtig diese richtig aufzubewahren. Falls diese nicht schon vorher vorhanden waren, sollten Sie sich Etuis und Schmuckschachteln zulegen. Wir empfehlen diese unbedingt vor Langfingern zu schützen und in ein Bankschließfach zu geben oder aufgrund hoher Gebühren bei Banken, besser noch in einem eigenen Wertschutzschrank. Achten Sie hierbei auf das Eigengewicht des Tresors. In der Regel sollen Sicherheitsschränke bis 300 kg in Wand oder Boden verankert werden. Hierzu sollten Sie vorher mit Ihrer Versicherung sprechen und sich von uns beraten lassen. Schauen Sie hierbei unbedingt auf die richtige Sicherheitsstufe oder Widerstandgrad. In unserem vorangegangenen Blogartikel helfen wir Ihnen bei der Einordnung von Geldwerten, Normen und Sicherheitsstufen.

Die kleine Familiengeschichte – Dokumente, Fotos und Urkunden

Häufig sind es nicht Wertgegenstände, die Erinnerungen an Verwandte und Bekannte aufrechterhalten, sondern ihre hinterlassenen Dokumente.
Was gibt es Spannenderes, als im Tagebuch seiner Urgroßeltern zu blättern und in ihre Vergangenheit einzutauchen? Oder der Briefverkehr des Großonkels aus München mit der fernen Verwandtschaft in den USA? Es sind nicht nur die klassischen alten Fotografien, die uns unsere eigene Familiengeschichte näherbringen.
Umso wichtiger ist es, diese Erinnerungsstücke vor dem Verfall zu bewahren, damit auch die eigenen Kinder irgendwann genau so fasziniert in den unersetzlichen Relikten der Vergangenheit stöbern können. Hierbei ist ein sorgfältiges Vorgehen unerlässlich: sortieren, aufbereiten und reinigen, sowie verpacken und sicher aufbewahren.
Der erste Schritt ist das Sortieren. Achten Sie hierbei unbedingt auf eine saubere Unterlage. Kleiner Tipp am Rande: Während man mit den Erinnerungen hantiert, sollte man auf Kaffee oder ähnliches im direkten Umfeld verzichten. Nichts ist ärgerlicher als ein verschüttetes Getränk oder Fettflecken auf Papieren.
Sortieren Sie beschädigte Dokumente (zum Beispiel durch Schimmel, Stock, usw.) aus, damit ein Überspringen auf weitere Dokumente vermieden wird und behandeln diese separat. Bedenken Sie, dass Papiere unterschiedliche chemische Zusammensetzungen haben und bewahren Sie diese dementsprechend getrennt voneinander auf. Das betrifft zum Beispiel Fotos, Zeitungsartikel und Briefe. Gegenseitige Schädigung oder Abfärbungen werden durch die strikte Trennung vermieden. Auch Büro- oder Heftklammern können beispielsweise durch Rost das Papier angreifen. Entfernen Sie ebenfalls Klebenotizen, Tesafilm und Gummibänder aus ähnlichen Gründen. Falten Sie Papiere immer auseinander, sonst drohen Brüche an den Kanten.
Anschließend geht es an die chronologische oder thematische Sortierung. Briefe können beispielsweise nach Korrespondenz und Verfasser geordnet werden.
Zum Schluss geht es um die richtige Verpackung und Aufbewahrung. Jedes Material benötigt andere Bedingungen zur Lagerung. Papier beispielsweise sollte unbedingt vor Licht und UV-Strahlen geschützt werden. Nutzen Sie nicht nur bei Fotos hierfür säurefreie Fotoalben und spezielle Archivboxen. Der gern genommene Schuhkarton ist eher ungeeignet, da dieser Säuren enthalten kann. Reinigen Sie papier- und holzhaltige Stücke, ebenso wie Textilien vorsichtig von Staub und anderen Partikeln und nutzen Sie z.B. säurefreies Mottenschutzpapier zum Einschlagen.
Beschriften Sie die Aufbewahrungsboxen deutlich und einheitlich, um einen guten Überblick zu behalten.
Der Raum, in dem die Sachen gelagert werden, sollte möglichst geringe Luftfeuchtigkeits- und Temperaturschwankungen haben. Beides greift die Beschaffenheiten der Materialien direkt an. Feuchtigkeit kann außerdem zu Schimmel führen oder bei Holzgegenständen einen Insektenbefall fördern. Die optimale Raumtemperatur beträgt in der Regel um die 18° Celsius und die Luftfeuchtigkeit sollte zwischen 30 und 40 % liegen. Hier empfiehlt sich die Prüfung durch ein Hygrometer, um den gewünschten Lagerraum vorab zu testen. Denken Sie auch daran, dass zum Beispiel bei schweren Regengüssen Wasser in den Kellerraum eindringen kann.
Dem größten Feind von Allen widmen wir uns zuletzt: dem Feuer. Niemand ist davor gefeit, dass es nicht doch irgendwo ausbricht. Ein Kurzschluss, eine vergessene Kerze, ein kleiner Funkenflug aus dem Kamin – es braucht nicht viel, um einen großen Brand zu verursachen. Neben der eigenen Gesundheit möchte man in diesen Fall auch sein Hab und Gut gesichert wissen. Versicherungen helfen einen das meiste zu ersetzen und sich schnell wieder einzuleben. Manche Dinge, wie die angesprochenen Erb- und Erinnerungsstücke sind allerdings unersetzlich. Daher raten wir hierbei immer zu einem Feuerschutztresor. Diese sind auf Ihr Hab und Gut abgestimmt und bieten für jeden Wunsch den optimalen Schutz. Was diese im Einzelnen auszeichnet, haben wir in einem weiteren Artikel genauer beschrieben. Gerne stehen wir Ihnen auch hier bei Fragen zur Verfügung.
All dies soll Ihnen helfen sich noch lange an Ihren Erinnerungs- und Erbstücken zu erfreuen und diese letztendlich an die nächste Generation übergeben zu können. Denn nichts ist spannender, als in die Zeitgeschichte einzutauchen, die eigene Familiengeschichte zu ergründen und diese weiterzuschreiben.

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